[42] Modediagnose ADHS & Autismus? Die schwierige Debatte um Selbst- und Wunschdiagnosen

Shownotes

Ein Leitartikel im Psychotherapeutenjournal sorgt unter Therapierenden für Diskussionen: Kommen Patient*innen mit einer fertigen Selbstdiagnose " Ich habe ADHS" in die Praxis und wollen sie nur noch bestätigt haben? Von Wunschdiagnosen ist die Rede, von dem Wunsch Verantwortung abzugeben, von Identität und Aufwertung.

Zu dem Thema kommen in dieser Folge Stimmen von Kolleg*innen, die diagnostizieren und Expertinnen für Neurodivergenz und Menschen, die selbst betroffen sind. Außerdem spricht Miriam Junge darüber, wie wichtig eine gute fachliche Basis für Therapeut*innen und Coaches gerade in diesen Zeiten ist.

Ich frage: Was ist dran an der Sorge vor Überdiagnostik und Vereinnahmung des Themas? Was passiert, wenn Vorurteile auf beiden Seiten die therapeutische Beziehung beeinflussen? Wir sprechen über die Datenlage, übersehene Frauen und Mädchen, über Masking, eine Versorgungslage, in der Diagnostik kaum zu bekommen ist, über den Umgang mit einem Diagnose-Verdacht und über die Rolle von Social Media in diesen Zeiten.

Mit dieser Folge geht DEEP SHIT TALKS als Solo-Podcast weiter. Schön, dass du dabei bist!

Eure Gedanken zur Folge? Schreibt mir auf Instagram oder LinkedIn, oder sprecht mir eine Nachricht über Speakpipe ein.


Stimmen in dieser Folge:

▸ Dr. Eliza Pflieger, Psychologische Psychotherapeutin (VT), Traumatherapeutin (EMDR), Paartherapeutin und Coachin in eigener Praxis in Köln
Instagram: @praxis_pflieger
Website: praxis-pflieger.de

▸ Dr. Rosalie Weigand, Psychotherapeutin und Paartherapeutin und Autorin mit Schwerpunkt Neurodivergenz
Instagram: @rosalie.weigand
Website: rosalieweigand.de
Buch: „Zu viel, zu nah, zu sehr. Neurodivergenz in der Partnerschaft verstehen“

▸ Eva Jahnen (@depridisco), Autorin, Illustratorin und Erfahrungsexpertin Depression
Website: depridisco.de

▸ Kerstin Huth, approbierte Psychotherapeutin mit eigener ADHS-Diagnose, spezialisiert auf ADHS und Autismus-Spektrum-Störung, online aus Spanien. Co-Host des Podcasts „Psychologisch verstrickt“.
Instagram: @psychologiemithuth
Website: psychologiemithuth.de
Podcast: Psychologisch verstrickt

▸ Miriam Junge, Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin (VT), Life- und Business-Coach, Mediatorin und Autorin. Gründerin der VanJunge Coaching Akademie.
Instagram: @miriam_junge
Website: miriamjunge.de
VanJunge Coaching Akademie: vanjunge.com

Quellen und Erwähnungen:

▸ Torben Schubert & Clara Lensing (2026): Vom Stigma zur Absolution. Wunschdiagnosen verstehen und im Praxisalltag begegnen. Psychotherapeutenjournal 3/2026, S. 218–225. Zum Artikel
▸ Erste medizinische Beschreibung von ADHS-Symptomen 1775 durch Melchior Adam Weikard in „Der Philosophische Arzt“, nachzulesen bei Barkley, R. A. & Peters, H. (2012): The Earliest Reference to ADHD in the Medical Literature? Journal of Attention Disorders, 16(8), 623–630. Zur Studie
▸ Heinrich Hoffmann (1845): Der Struwwelpeter, mit „Zappel-Philipp“ und „Hans Guck-in-die-Luft“
▸ Tina Steckling u. a.: Social-Media-Profile in Psychotherapie, Beratung und Coaching. Beltz. Zum Buch
▸ ADHS-Guide für Paare von Tina Steckling
▸ Workshop „Was wie Widerstand aussieht, ist manchmal ADHS“ von Tina Steckling an der VanJunge Coaching Akademie
▸ DEEP SHIT TALKS Folge 20 (ADHS im Erwachsenenalter), Folge 30 (Autismus im Erwachsenenalter) und Folge 40 (AuDHS & Co)


Über die Host:

Tina Steckling ist schematherapeutische Einzel- und Paartherapeutin, ADHS-informiert und traumasensibel.

Sie ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, Diplom-Kunsttherapeutin und Sozialpädagogin in eigener Praxis Soulmates in Berlin und online. Als Beltz-Autorin schreibt sie über Psychotherapie, Social Media und Ethik. Auf Instagram klärt sie unter @soulmatesberlin über Schematherapie, ADHS, Beziehungen und mentale Gesundheit auf.

Kontakt: hallo@deepshittalks.de


Wenn es dir gerade nicht gut geht:
Du bist nicht allein. Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr kostenlos und anonym erreichbar: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, auch per Chat und Mail unter telefonseelsorge.de. In akuten Notfällen wähle die 112.

Transkript anzeigen

00:00:05: Herzlich willkommen zu die PsyTalks.

00:00:07: Psychologie zwischen Zeitgeist, Macht und Kindheit aus der Therapiepraxis für euren Alltag.

00:00:14: Ich bin Tina Steckling.

00:00:22: Hallo ich freue mich dass es weitergeht und zwar direkt mit einem wichtigen und spannenden Thema Und zwar geht es heute um Wunschdiagnosen und Modiliagnose im Kontext von ADHS und Autismus.

00:00:39: Der Anlass war ein Artikel im Psychotherapeutengernal und darin wird beschrieben, dass Patienten zur Diagnostik oder in die Behandlung kommen mit einem sehr klaren Bild und einer Selbstdiagnose, die sie dann nur noch bestätigt sehen wollen.

00:01:00: Und der Artikel unterstellt ja unterschiedliche Motive und zwar, dass Menschen sich so eine Diagnose wünschen um damit zum Beispiel Aufmerksamkeit oder Mitleid zu erregen, sich aufwerten wollen.

00:01:18: Respekt für die besondere Leistung, die sie erbracht haben trotz ihrer vermeintlichen Einschränkungen.

00:01:25: Dass es dann weiter um eine Entlastung geht im Sinne einer Exkubation, das heißt dass man sozusagen nicht mehr selbst Schuld hat an Dingen die man vielleicht geschafft hat.

00:01:41: Nicht geschafft hat verursacht hat sondern dann auf die Neurobiologie geschoben wird und damit auch gleichgesetzt wird, dass man keine Verantwortung mehr für sein eigenes Verhalten hat oder was das erhofft und dass es dem Wunschfort einer Community anzugehören, die Neurodiversitätsbewegung sozusagen auch ein Identitätsangebot darstellt.

00:02:07: Man kann sich vielleicht vorstellen, dass der Artikel schon zur Diskussion geführt hat – und das hat so unterschiedliche Gründe – ich glaube Als erstes liegt es schon auch einfach an der einer Wortwahl, wie Wunschdiagnose.

00:02:23: Und diese Wortwahr ist schon eine moralische Bewertung vermittelt.

00:02:27: Man könnte ja auch sagen Menschen kommen mit dem Wunsch nach einer Erklärung und Einordnung für ihre Symptome.

00:02:35: Darauf wird der Fokus nicht so gerichtet sondern eher das Menschen sich das Thema aneignen, zum eigenen Vorteil vielleicht.

00:02:46: Und das ist natürlich auch ein Label.

00:02:49: Das könnte man schon als eine erneutlichtige Materialisierung sehen.

00:02:54: Was natürlich wichtig ist, dass es eine große Präsenz gibt – eine große mediale Präsent von Nordübergens, von ADS und Autismus.

00:03:06: Ich sage mal, da gibt es bei TikTok sicher auch Anleitung zur Selbstdiagnose.

00:03:12: Ja die Hanebüchen sind und natürlich kann das auch sein dass Menschen dadurch dann mit einem eigenen Vorurteil sozusagen kommen und diese vorgefassene Meinung vielleicht auch erst einmal hinderlich ist für einen klaren Blick Die Darstellungsartikel als den großen Vorteil und auch vielleicht, was auch mit darin dargestellt wurde.

00:03:39: Vielleicht auch so dem Wunsch, sondern auseinandersetzung mit eigenen Themen und Erfahrungen eher aus dem Weg zu gehen, da kann ich zumindest aus meiner Erfahrung und Sicht sagen.

00:03:51: Das Gegenteil ist der Fall eigentlich.

00:03:54: wenn jemand sich auf den Weg macht Richtung ADRS Diagnostik und sich mit dem Thema auseinandersetzt sind das doch auch eher schmerzliche Prozessoren.

00:04:04: Die Rafaela eine Kollegin führt das sehr gut aus, finde ich in unserer Folge zwanzig.

00:04:12: Wo es um ADS im Erwachsene-Altar geht und die dann auch davon richten... Das ist ein Trauerprozess!

00:04:19: Auch so die eigene Entwicklungsgeschichte nochmal durch diese Brille zu betrachten.

00:04:24: In der Stelle vielleicht auch so der Hinweis steigt hier in das Thema ein und setze voraus dass es schon ein bisschen Vorinformation zum Thema ADS und Autismus, sondern Rudolf Gentz gibt.

00:04:35: Und wer das noch nicht hat, den empfehle ich die Folge zwanzig der Diebste Talks.

00:04:41: Da geht es um ADS, die Folge dreißig, da geht's um Autismus im Erwachsenenalter und die Folge vierzig.

00:04:48: Und da geht es dann nochmal um neue Entwicklungen z.B auch um AudiHS, der also eher sich nochmal ein bisschen grundlegender mit dem Thema auseinandersetzen möchte dem seien diese Folgen als Herz gelegt.

00:05:01: Wer bei Mode-Diagnose denkt, dass das Thema ein neues ist, anfängt.

00:05:07: es gibt schon Beschreibung zur ADHS aus, äh, siebzehnhundertfünfundsiebzig die ähm schon erstaunlich akkurat ähm so kerren Symptome beschreiben.

00:05:20: und dann kennt man ja vielleicht den Begriff Zappelphilip Ich sag mal hochproblematischen Kinderbuch der Struvelpeter und da wird, naja die überaktive Variante ja von ADHS eigentlich beschrieben.

00:05:39: Von dem zappelnden Kind.

00:05:42: Und das Interessante oder das Witzige ist dass in dem Struvielpeter auch schon der unaufmerksame Typus beschrieben wird und zwar mit dem Hans guck in die Luft.

00:05:53: Ich weiß nicht, ob das so bekannt ist.

00:05:55: also da wird eben ein Kind beschrieben was halt mit der Aufmerksamkeit überall ist und eben in die Lüft guckt und sich die Vögel anguckt oder die Wolken und dann ins Wasser fällt.

00:06:06: Der unaufmärksame Typus der ja eher Frauen zugeschrieben wird hat es dann weniger in die Köpfe geschafft sondern wenn man von ADRS sprach, sprach man eher Jungen, die sind wie der Zappel Philipp.

00:06:20: Was ja auch noch mal interessant ist, weil es sicherlich auch Einfluss darauf nimmt warum so viele Menschen unterdiagnostiziert und Frauen unterdignostiziert sind.

00:06:37: Und jetzt mit der Situation, dass es mehr Bewusstsein und Aufklärung über Social Media und über Artikel in Magazinen und auf allen möglichen Plattformen gibt.

00:06:49: Und gleichzeitig die Versorgungslage so schlecht ist, das es kaum die Möglichkeit zu einer Diagnose- und Behandlung gibt.

00:06:58: Das ist wirklich dramatisch!

00:07:00: Dass dann etwas mit beeinflusst.

00:07:03: Auch mit Beeinfluss, dass Menschen sich damit selbst auseinandersetzen und selber auch versuchen sich zu helfen, zum Beispiel durch Community-Bildung.

00:07:14: Aber ich möchte jetzt bevor ich weiter rede lieber meine sehr geschätzten Kolleginnen erstmal zu Wort kommen lassen und als erstes die Dr.

00:07:24: Elisabeth Flieger, die uns zu dem Thema und auch zugnehmend auf den Artikel einen tollen Oton gespendet hat.

00:07:34: Hallo Tina, ja danke für deine Einladung etwas zur Debatte beizutragen.

00:07:39: Und dabei geht es ja aktuell um ein Leitartikel im Psychotherapeutengenal der unsere ganze Fachwelt so ein bisschen aufwirbelt habe ich das Gefühl und auch Dinge anspricht die ich in meiner täglichen Arbeit in meiner eigenen psychotherapischen Praxis erlebe.

00:07:56: Ich musste als sich den Artikel Lars auch ehrlicherweise ein bisschen schmunzeln.

00:08:01: Da wird dem Patientinnen und Patienten vorgeworfen, sie seien voreingenommen und würden sich nur eine Diagnose herbeivünschen.

00:08:08: Aber wenn man dann ganz unaufgeregt hinschaut merkt man dass die Autoren gar nicht merken, dass sie selbst genau das tun was sie den Betroffenen vorwerfen.

00:08:16: Sie sind im Grunde

00:08:17: auch

00:08:17: komplett in ihren eigenen Vorurteilen gefangen Und biegen sich die Realität so ein bisschen zurecht Dass es in ihr kritisches Bild passt.

00:08:26: Denn Wenn wir mal ehrlich sind, man stolpert ja nicht morgens über Social Media findet etwas über ADHS oder die Autismus-Spektrumstörung.

00:08:35: Findet das plötzlich total hip und beschließt dann spontan jetzt auch mal die Diagnose zu haben?

00:08:41: Das Ganze ist kein Lifestyle Trend und es reicht nichts somit man doch irgendwie angeben möchte

00:08:47: Und ich würde dazu gerne schonmal einschieben Es mag ein Trend-Thema sein und es gibt bestimmt auch Menschen, die sich dieses Themas bedienen.

00:09:02: Zum Beispiel wenn man weiß dass man dadurch irgendwie viele Klicks und viel Aufmerksamkeit bekommt das für sich zu verwenden.

00:09:09: aber das ist ganz bestimmt ja nicht die große Mehrheit der Menschen für die ADHS eine Bedeutung hat Für die allermeisten Menschen das sie leben, extrem beeinflussende oder auch belastende oder einschränkende Kondition.

00:09:31: Und geht ja nicht umsonst mit einer drei bis fünffach erhöhten Suizidalität zum Beispiel einher.

00:09:38: und an der Stelle ist es auf jeden Fall glaube ich wirklich auch ethisch ein Problem wenn etwas in der Richtung dann auch verharmlosend klingen könnte.

00:09:48: aber wir hören jetzt erst nochmal weiter.

00:09:51: In meiner therapeutischen Praxis erlebe ich eher das genaue Gegenteil von einer bequemen Wunschdiagnose.

00:09:57: Natürlich kann dann eine gesicherte Diagnose auch Erleichterung bringen, aber es kostet die meisten Menschen eine wahnsinnige innere Überwindung diesen Schritt überhaupt erst mal zu gehen.

00:10:09: Selbst wenn der Verdacht längst im Raum steht, hat er einen Betroffene oft monatelang intensiv damit weil diese Diagnosen im ersten Moment Auch ein zutiefst schmerzhaftes Gefühl bestätigen, dass ein Leben lang bei vielen auch mit Scham besetzt war.

00:10:23: Es fühlt sich für sie zunächst an wie so ein amtliches Siegel tatsächlich defekt zu sein nicht richtig zu sein oder einfach auch nicht gut genug.

00:10:30: und dieser Leidensdruck der ist einfach real sonst würde sich ja auch niemand freiwillig diesen lang diagnostischen Prozess aussetzen und dann noch mit extrem langen Wartezeiten.

00:10:40: Und diesen Leidensdruck müssen wir als Psychotherapeutinnen und auch Psychotherapeuten ernst nehmen, statt ihn noch wegzudiskutieren.

00:10:47: Bis dieser Verdacht überhaupt erst entsteht haben, diese Menschen auf Jahrzehntelang gelebt und funktioniert ohne ihre eigene Wahrnehmung jemals grundlegend in Frage zu stellen.

00:10:57: Und sie dachten einfach Sie müssten sich noch mehr anstrengen, während sie im Alltag unbewusst permanent gegen massive Einschränkungen ihrer exekutive Funktionen ankämpfen mussten – sei es bei Handlungsplanungen oder bei der Regulation von Gefühlen oder auch dem Zeitmanagement!

00:11:13: Und auch da gibt es ja einfach eine klare Datenlage, dass Menschen mit ADRS im Schnitt beruflich weniger erfolgreich sind, weniger verdienen.

00:11:25: Dass es bestimmte Hürden und Konflikte gibt und zum Beispiel – und das ist vielleicht auch nicht umsonst so eine große Komobilität gibt.

00:11:39: Und jetzt könnte man sagen, wie kann das denn sein?

00:11:41: Also vielleicht gibt es, diagnostiziert vielleicht zweieinhalb Prozent der Erwachsenen mit ADHS.

00:11:48: Vermutet wird vielleicht eher dass es fünf Prozent sind, wie eben auch bei vielen... Naja ob wir's jetzt Störungen nennen oder Normvariante Wie auch immer aber ist eine in der Vorkommens-Häufigkeit nicht anders als zu anderen Dinge, die uns im psychiatrischen psychotherapeutischen Kontext begegnen.

00:12:10: Was aber gleichzeitig der Fall ist, das in psychotherapeutischem Kontext bei Menschen, die eine Depression haben, die einen Angsterkrankungen haben und die eine Suchterkrankung haben, der Anteil der Mensch mit ADHS deutlich höher ist?

00:12:28: Und ich habe jetzt letztens sogar es mir die Zahl begegnet, dass Erkutpsychiatrie, also in der Stationären.

00:12:35: Wenn da Menschen, also wurden anscheinend auf ADHS-Symptomatik getestet, dann waren wir bei neunundfünfzig Prozent!

00:12:43: Das heißt dass es eher genau andersrum ist, dass sie das eigentlich bisher zu wenig erkannt haben und die Frage ist warum wird das nicht standardmäßig?

00:12:58: Na ja, so leicht abgefragen kann man es dann auch nicht.

00:13:01: Die Diagnostik ist halt schon eher aufwendig und nicht so klar wie bei einer Depression.

00:13:06: Hier sind die Kernsymptome, die zwei von drei und dann noch irgendwie die Nebensymptome über den Zeitraum und dann ist das so klar.

00:13:18: Das stimmt dass er ein bisschen aufwändiger ist aber das Konzept von Neurodiversität gehen unterschiedlich funktionieren können und dass dann auch unterschiedliche Strategien besser oder schlechter helfen, das halte ich doch schon für sehr wichtig.

00:13:35: Und so ein bisschen sehe ich die Gefahr wenn man das als Wunschdiagnose-Modidiagnose Diagnose um sich selber zu erhöhen, das Leben leichter zu machen oder sich nicht mit sich auseinandersetzen zu wollen, dass es dann nicht dazu ermuntet und ermutigt da offen zu sein, neugierig zu sein und sich zu schulen dass dann wieder nicht der Rat ist, die sich auch nicht aus den aktuellen Studien und Zahlen ableiten.

00:14:07: Da ist nämlich eher der Fall.

00:14:09: In den Ausbildungen wurde es nicht oder nicht ausreichend gelehrt, die Kollegen in die Diagnostizien haben sich das wahrscheinlich eher selber, ich sage mal beigebracht oder sich da selber freiwillig ins Thema vertieft und dafür dass das eine große Relevanz hat klaffte auf jeden Fall ein Lücke zwischen Bedarf und Versorgung.

00:14:30: Und was für mich noch ganz wichtig ist irgendwie, was oft zu kurz kommt auch dieser Unterdiagnostik ganz besonders bei Frauen die Stadt gefunden hat.

00:14:38: Also wer als Mädchen still und angepasst war wurde früher Reihenweise übersehen.

00:14:44: Und wenn diese Frauen dann jetzt als Erwachsene eine fundierte Abklärung erhalten, dann ist das kein Mode-Trend oder irgendeine Wunschdiagnose sondern oft auch die allererste Chance auf echte Klarheit in ihrem Leben.

00:14:57: An dieser Stelle zeigt auch die Argumentation des Leitartikels eine große Wissenslücke.

00:15:02: In diesem wird argumentiert und dem Betroffenen auch einen Strick daraus gedreht, dass sie im Alltag scheinbar so unauffällig funktionieren.

00:15:09: Und Sie schreiben das passendes Verhalten bestätigt für sie dann die Diagnose- und Abweichness oder unauffängiges Verhalten ebenso.

00:15:16: Also wenn diese Frauen dann gelernt haben zu maskieren.

00:15:20: Aber Maskieren passiert nicht bewusst, sie ist kein Trick oder eine Täuschung sondern so ein hochgradiges erschöpfenes Verhaltensmuster.

00:15:27: was entstanden ist über die Jahre also.

00:15:29: Betroffene investieren Unmengen an Energie um exekutive Defizite nach außen hinzu verbergen Um eben irgendwie dazuzugehören und nicht aufzufallen.

00:15:40: Und wer das als Experte während einer Diagnostik nicht sauer von echter Symptomfreiheit abganzen kann, der versteht meines Erachtens nicht dass das Maskieren eine sehr ressourcenintensive Bewältigung strategiert und es ignoriert auch die biografische Lerngeschichte der Betroffenen.

00:15:56: Also für mich ist in der Diagnastik die Unterscheidung zwischen situativer Verhaltensanpassungen und exekutiver Funktionseinschränkungen

00:16:04: notwendig.".

00:16:07: Den Punkt den Elisa hier anspricht oder auf den sie so aufmerksam macht, der Artikel macht daraus.

00:16:14: Na ja aber dann hat man die Symptome und hat ADHS oder man hat die Symtome nicht und hat auch ADHS und da hat man eigentlich immer ADHS Und dann kann halt jetzt jeder kommen und sagen ich hab ADHS.

00:16:27: Das finde ich wirklich wichtig auch und kann da Elisabeth zustimmen dass das ein Hexenwerk ist wenn ich das weiß dass es das gibt Und es wird auch Erschöpfung zum Beispiel beschrieben, das zu differenzieren.

00:16:43: So gehören wir mal weiter.

00:16:46: Ja so eine ADHS Diagnostik muss man einfach ganz sauber machen.

00:16:51: Das heißt, man muss da auch Abgrenzen von anderen Erkrankungen, Differenzialdiagnostika anschauen Zum Beispiel ADAS von den Folgen eines komplexen Traumers abgrenzen oder auch von einer borderline Persönlichkeitsstörung, das sind so Themen.

00:17:05: Auch bei Frauen müssen wir dann noch zusätzlich die hormonellen Zyklusverläufe einbeziehen da die Schwankungen in der Lutealfase, die Dopaminverfügbarkeit im Gehirn einfach beeinflussen.

00:17:15: und es wird aktuell so viel auch vor den Schäden einer Fehldiagnose gewarnt.

00:17:22: Aber wir müssen auch über die fatalen Schäden einer übersehenden Diagnose sprechen, also jahrelange Selbstbeschuldigung oder auch Fehlbehandlungen in der Vergangenheit.

00:17:32: Die richten ja einfach massives Leid aus und das führt in der Realität ganz häufig zu schweren psychischen Folgeerkrankungen.

00:17:39: Auch Depressionen können so entstehen, Angststörungen, Zwänge und natürlich auch riskanter Substanzmissbrauch, der im Grunde oft ein verzweifelter Versuch der unbewussten Selbstmedikation sein kann.

00:17:51: Und das muss man halt alles auch so ein bisschen berücksichtigen.

00:17:54: Mir ist aber ganz wichtig, und das betone ich auch in meiner Praxis immer wieder sehr eine Diagnose entschuldigt am Ende des Tages gar nichts.

00:18:03: also sie nimmt zwar die quälen Entschuldgefühle uns erklärt auch ein bisschen vielleichten warum und erzählt und erklärt auf einiges was im Leben wie gelaufen es Aber die Eigenverantwortung bleibt zu hundert Prozent bestehen.

00:18:16: Die ist also kein Freifahrtschein diese Diagnose, um sich in der Komfortzone auszuruhen.

00:18:21: Ganz nach dem Motto Ich bin halt so und ich kann mich nicht ändern!

00:18:24: Ne ganz im Gegenteil.

00:18:26: So eine Diagnosis bietet unglaublich viele Möglichkeiten und Chancen Und sie kann als Startpunkt dienen Um in der Therapie auch funktionale Strategien zu erlernen um auch die exekutiven Einschränkungen zu kompensieren und auch ein Leben jetzt aktiv und selbstbestimmt zu gestalten, das vorher einfach nicht möglich war.

00:18:45: oder da kann auch Medikation helfen.

00:18:47: Es gibt einfach Möglichkeiten therapeutischer, die man dann auch nutzen kann wenn diese Diagnose gesichert gestellt wurde.

00:18:55: Also da möchte ich doch gerne nochmal auf diesen Punkt mit der Eigenverantwortung oder die Diagnose als Entschuldigung, oder als Ausrede eingehen.

00:19:09: Ich habe mich mit dem Thema in letzter Zeit auch relativ viel beschäftigt, weil ich ein ADHS-Geit für Paare verfasst habe und da insbesondere auch auf eine bestimmte Dynamik eingehen, nämlich was passieren kann wenn die eine Person vielleicht ADHS-bedingt Aufgaben nicht erledigt, Dinge vergisst ins Wort fällt.

00:19:33: Also wenn die Eine Person weniger in den organisatorischen Abläufen übernimmt... Und die andere Person, die andere Partnerperson vielleicht dann anfängt mehr zu managen, mehr zu kompensieren.

00:19:48: Mehr zu übernehmen und sich dann doch irgendwie so eine Belastung und Groll aufbaut.

00:19:54: Für mich als der Paterapothekisch in Sicht ist es dann wichtig zu schauen Ist das ein hilfreicher Umgang mit den ADS-Bedingten Herausforderungen?

00:20:05: Ich sehe da eher auch in so einer Gefahr von eine möglichen Groll-Spirale und auch, dass die eine Person immer unsicherer und übsen sich auch unfähiger und defizitärer.

00:20:20: Da lebt euch vielleicht auch mehr Kritik oder kontrolliert werden oder das Verantwortung dann eher abgenommen wird und die andere Person dann ja frustrierter ärgerlicher also ich eben auch alleine gelassen fühlt.

00:20:36: so und der Parttherapie, das ist zumindest mein Ansatz und der Ansatz den ich in dem ADS-Guide vermittle.

00:20:46: Und darin so Anleite ist, dass Verständnis zu haben und das Verständnis ist total wichtig um sich zum Beispiel auch nicht gekränkt zu fühlen wenn die andere Person zu spät kommt oder irgendwie was Wichtiges für die Beziehung Bedeutsames vergessen hat.

00:20:59: Das heißt aber nicht, dass man nicht eine Verantwortung dafür hat schon im Vorfeld vielleicht auch Ausfälle kommen zu sehen und für Ausgleich zu sorgen oder zu sehen, was vielleicht ein bestimmtes Verhalten für die andere Person bedeutet hat.

00:21:17: Und das auch aktiv wieder Raum für die Gefühle des Gegenübers bieten zu können und nicht so schnell in einer Verteidigungsposition zu gehen.

00:21:30: also ich sage nicht dass jeder Mensch direkt so macht.

00:21:34: Aber wenn der ADHS-Diagnose bedeutet, also wenn man funktional damit umgeht ja überhaupt nicht dass dann keine Verantwortung für die eigenen Symptome oder Verhaltensweisen übernommen wird.

00:21:46: Im Gegenteil es wird besser verstanden und erst dann kann man vielleicht auch richtig Verantwortung dafür übernehmen weil man auch weiß wie man selber funktioniert und was funktioniert Einiges an Tipps und Tricks, die helfen können.

00:22:01: So ein anderer Zeitrahmen oder eine Bodydublinge.

00:22:05: Also es ist jemand anders mit im Raum.

00:22:07: Es gibt sehr viele Tipps- und Trics, die helfen können.

00:22:11: Und wenn ich sie kenne und weiß dann kann's allen beteiligten besser gehen.

00:22:18: Das Bessergehen funktioniert auch einfach de facto nicht über.

00:22:23: ja Ich bin halt so!

00:22:25: Denn wir sind ja nicht alleine auf der Welt Und wir müssen ja schon irgendwie auch mit Menschen kommunizieren, die vielleicht anders ticken und gemeinsam das Leben bewältigen.

00:22:39: Also da bin ich ganz bei Elisa was die Verantwortung angeht und ich würde eher diese Befürchtung nehmen wollen.

00:22:49: Das finde ich glaube ich auch problematisch an einem Artikel der diese Befüchtung eher schürt.

00:22:56: Nee, klärt doch die Menschen lieber auf und sagt dass das da kein biologischen Determinismus.

00:23:02: In dem Sinne bedeutet ich kann dann gar nicht irgendwie mit umgehen oder irgendwie konstruktiver oder besser oder erfolgreicher oder verantwortungsvoll.

00:23:11: Und das stimmt einfach nicht.

00:23:14: was mir auf Märzen liegt ist wenn jemand den Verdacht hat sollte man den prüfen.

00:23:19: Ich meine man hat den nicht einfach so.

00:23:24: Menschen haben ja auch den Verdacht, ich habe wahrscheinlich Depression oder eine Angststörung.

00:23:29: Wahrscheinlich hatte ich eine Panikattacke und deswegen suche ich mir jetzt mal psychotherapeutische Unterstützung.

00:23:34: Warum sollte man sich die denn nicht holen wenn es um ADHS geht?

00:23:38: Oder die Autismus Spektrum Störung?

00:23:40: also das leuchtet mir irgendwie an der Stelle überhaupt nicht ein.

00:23:44: Wir sind dafür da in den Sprechstunden genau das Jahr abzuklären.

00:23:48: Und Ja einer Seriöse Diagnostik kostet einfach auch viel Zeit.

00:23:56: Das macht man nicht mal eben in ein, zwei Sitzungen.

00:23:59: also ich brauche mindestens drei Sitzung plus halt die Auswertungszeit der Fragebögen um überhaupt dann diese Diagnose stellen zu können.

00:24:09: Ich teste auch selbst nur auf ADHS und nicht auf Autismus Spektrum Störung.

00:24:16: das wird nicht gut vergütet, muss man einfach sagen von den Krankenkassen.

00:24:20: Und deswegen bieten auch viele Praxen glaube ich die Diagnostik gar nicht selbst an.

00:24:24: und man muss dazu auch sagen es war nicht Teil meiner Ausbildung damals als ich psychologische Psychotherapeutin geworden bin.

00:24:31: Ich musste das alles mir selber durch Fortbildungen aneignen und biete jetzt seit bald drei Jahren diese Diagnastik in meiner eigenen Praxis an.

00:24:42: Und bei mir gibt es das nicht, dass die Menschen selbst noch drauf zahlen müssen.

00:24:46: Das

00:24:47: finde ich nicht besonders hilfreich und ich finde auch nicht – das sehe ich auch sehr kritisch!

00:24:54: Also sowohl die Privaten als auch die gesetzlichen Krankenkassen decken eigentlich genug ab, dass man diese Diagnostik durchführen kann.

00:25:05: Ich finde das sehr sinnvoll denn auch eine Medikation kann schon helfen Veränderungen zu spüren.

00:25:13: Einfach dadurch, dass die exekutiven Funktionen vielleicht dann weniger eingeschränkt sind durch zum Beispiel eine richtige psychiatrische Behandlung selbst wenn ich nicht direkt eine Therapie anbieten kann.

00:25:24: Daher ich würde wirklich empfehlen lasst euch testen wenn ihr den Verdacht habt und Lasst euch da nicht irgendwie einreden das sei jetzt ne Modeerscheinung.

00:25:31: Wenn ihr es nicht habt dann wird sich das ja auch nicht bestätigen.

00:25:33: in der Diagnostik

00:25:38: Genau.

00:25:39: Ja ich finde das genau richtig.

00:25:41: eigentlich braucht es die Abklärung Und gleichzeitig ist es auch Fakt, dass wir über das Krankenkastensystem einen Zugang dazu im Moment nicht gut möglich sind.

00:25:58: Das hat man nach und wieder mit umgehen muss entweder auf Selbstzahler oder Zuzahlangebote sich die zu suchen oder eben mit dem Verdacht lebt.

00:26:16: Und auch das denke ich, da kann ja trotzdem eine Auseinandersetzung absolut hilfreich sein.

00:26:23: Also bei diesem Anprang an in der Selbstdiagnose sehe gar nicht den potentiellen Schaden so sehr.

00:26:30: Wenn ich für mich selber etwas finde was mir hilft... einen Not oder eine Problematik einzuordnen und diese Einordnung ist für mich in irgendeiner Weise entlastend hilfreich.

00:26:43: Es geht mir damit besser, ich Dinge klappen besser... dann wo ist der Schaden?

00:26:51: Auch da in dem ADHS-Guide und in meiner Praxis wenn jemand kommt und er hat keine oder sie hat keine ADHS Diagnose aber den Verdacht dann fordere ich nicht erst die Diagnose, um dann im Weiteren das mitzudenken.

00:27:09: Ganz im Gegenteil, ich denke es schadet nicht dass einfach als Option, als mögliche Brille durch die ich auf eine gewisse Problematik schauen kann auch einfach mit als Auswahl anbieten zu können.

00:27:24: und das heißt nicht dass ich dann jemanden diagnostiziere ohne oder ihm das zuschreibe.

00:27:30: Es geht eher darum anzubieten, das gibt es auch und dann funktionieren Dinge anders.

00:27:37: Dann macht ein Androhen einer Konsequenz nicht dass jemand ins tun kommt sondern da ist es eher wie bei einer erectilen Dysfunktion.

00:27:47: Es muss ein Reiz geschaffen werden damit es funktioniert.

00:27:51: Druck macht es dann eher schlimmer.

00:27:54: Ich habe Menschen auf jeden Fall noch nichts.

00:27:57: Also ich habe persönlich auch noch nicht erlebt, dass jemand dadurch eher stigmatisiert fühlte oder eher gelabelt.

00:28:04: Sondern meine Erfahrung ist eher das was er mächtigen muss hat und also es liegt da und was passt und hilfreiches kann genommen werden und der Rest kann ja auch liegen gelassen bleiben.

00:28:18: Und dieses Mitdenken, dass das eben auch wichtig ist, dass auch Kolleginnen das machen können Da kommen wir dann später nochmal zu.

00:28:26: Aber ich habe auch im Vorfeld der Folge mit einer bekannten jungen Frau gesprochen, die eben auch ein ADHS für sich selber als starken Verdacht hat.

00:28:35: Und ich kann auch sehr gut nachvollziehen warum sie das hat und sie hat das eher... als hilfreich erlebte, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und vor allem auch in der Community Menschen zu treffen die ähnliche Schwierigkeiten haben.

00:28:51: Und dann eben Schwierigkeiten zum Beispiel auf der Beziehungsebene da für sich Unterstützung dann so zu erfahren ist und auch in unserem Wiedererkennen.

00:29:02: Was dabei vielleicht auch noch ganz interessant ist ich habe ja damals mit ein paar Kolleginnen einen Buch geschrieben über Psychotherapie Beratung und Coaching auf Social Media.

00:29:11: Und auch ein Kapitel über so das Phänomen von dysfunktionalen Content- und Community Bildung, dass am Hand von dieser Pro-Ana Bewegung, also kennt ihr sicherlich das dann so Anorexie fördernder Content und Gruppen wo sich ausgetauscht wird wie man am besten abnehmen kann was ja als hochgradig dysfunktional bis gefährlich erstmal auf den ersten Blick eingeschätzt werden kann.

00:29:43: Und Studien haben aber gezeigt dass der protektive Faktor durch Gruppenerleben höher ist, also dass es dann besser für die psychische Gesundheit ist und stabilisierender als das der schädliche Inhalt schädlich.

00:29:58: Das mal nur so eingeschoben.

00:30:02: Und jetzt zum Abschluss möchte ich nochmal ganz kurz auch noch erwähnen, dass die aktuelle Gesundheitspolitik der Bundesregierung nicht dazu beiträgt, mehr Therapieplätze irgendwie für Betroffene oder eine bessere Diagnostik irgendwie verbessern wird.

00:30:18: in der nächsten Zeit.

00:30:20: Und ich glaube, solange das auch noch wirtschaftlich politisch blockiert wird, drängen mir Menschen einfach dazu, in so einem kommerziellen Markt – wir drängen sie online nach Diagnosen

00:30:32: zu suchen.

00:30:33: und das sind natürlich genau die Risiken, die gerade in diesem Leitartikel erwähnt wurden und da kritisiert worden, die dadurch ja verstärkt

00:30:41: werden.

00:30:42: Und

00:30:44: ich würde mir einfach wünschen, dass es mehr Möglichkeiten gibt auch Diagnostik durchzuführen und auch zu Beginn der psychotherapeutischen Behandlung da einfach eine bessere Vergütung für frei zu machen.

00:30:59: Weil das einfach helfen kann, auch langfristige Folgen und auch einen längeren Therapieprozess und längere Wartezeiten

00:31:05: usw.,

00:31:06: etc.,

00:31:06: etc.

00:31:07: zu reduzieren –

00:31:08: genau!

00:31:10: Ja, da kann man sicher eh fragen was die aktuelle Gesundheitspolitik der im Schild geführt weil ob das jetzt für Mensch und Gesellschaft in irgendeiner Weise sinnvoll ist Psychotherapie zu kürzten und zu bittetieren.

00:31:23: Also wir wissen ja alle dass es nicht so ist und dass sich das auch nicht rechnet und nicht zahlt.

00:31:27: Und von daher ja auch noch mal dick unterstrichen Was Elisade sagt Ja und diese gesellschaftlichen Bedingungen dazu führen dass ich mensch natürlich auch woanders Unterstützung holen.

00:31:40: Da ist eben Social Media eine wichtige Informationsquelle.

00:31:45: Und es ist ja eher wichtig, dass das da dann vor allem guten Content gibt.

00:31:52: zu der Aufklärung und eine Kollegin die dazu beiträgt ist Dr.

00:31:56: Rosalie Weigandt.

00:31:59: Die klärt über Neurodivergents auf und hat auch ein tolles Buch geschrieben über Neurodivergent in der Partnerschaft wie mit unterschiedlichen Bedürfnissen eine Beziehung gestaltet werden kann.

00:32:15: Und ich finde das ganz toll, dass sie sich in ihrem Buch explizit auch nicht nur an Menschen richtet die schon eine Diagnose haben sondern auch Menschen die den Verdacht

00:32:24: haben

00:32:25: und da auch so aufgreift gut erklärt und ausführt, wie unterschiedlich Wahrnehmung und Erleben und Bedürfnisse sein können.

00:32:37: Und dabei eben gut an die Hand gibt, wie darin auch besser kommuniziert werden kann.

00:32:44: Um gut kommunizieren zu können ist natürlich der erste Schritt sich selber gut zu verstehen.

00:32:51: In ihrem Buch richtet sie sich eben auch an Menschen mit Autismus oder Menschen, der es um Autismus gleichermaßen haben und zeigt das ein bisschen breiter auf, wie sich das darstellen kann.

00:33:04: Wo potenzielle Konflikte liegen können.

00:33:07: Und Rosalie habe ich auch nach einem Otton gefragt zum Thema... ...und der kommt

00:33:12: jetzt!

00:33:14: Ich bin Rosalie Weigern, psychologische Psychotherapeutin und integrative Partherapeuten aus Hamburg.

00:33:21: Und ich hab mich in den letzten Jahren auf Neurodivergenz spezialisiert, speziell ADHS- und Autismus im Erwachsenenalter in paar Beziehungen oder generell in Beziehung.

00:33:33: Und da habe ich auch gerade im August mein erstes Buch veröffentlicht, zu viel zu nahezu sehr Neurodivergents in der Partnerschaft verstehen was im Humboldt Verlag erschienen ist.

00:33:44: Also ich denke das Thema Wunschdiagnose im Bereich ADHS und Autismus Diagnostik deswegen so aufgeladen ist weil da unterschiedliche Ebenen zusammenkommen Und zwar haben wir ja auf der einen Seite die Ebene der Personen, die in die Diagnostik kommen.

00:34:00: Also so eine individuelle Ebene.

00:34:02: und da ist es ja so dass gerade wenn wir auf Erwachsene schauen das es eben viele Erwachsenen gibt, die über Jahre schon mit Schwierigkeiten leben und lange lange Zeit keine stimmige Erklärung dafür hatten Und auch viele andere Diagnosen vielleicht schon hatten und dann festgestellt, also bekommen haben und festgestellt haben.

00:34:23: Dass ihnen aber die Hilfe, die sie dann bekommen nicht wirklich weiter hilft.

00:34:28: Das betrifft zum Beispiel Frauen oder stark kompensierende Personen oder eben Personen, die schnell als depressiv oder ängstlich gelesen werden – vielleicht auch weil das auch Komobilitäten sind!

00:34:41: Und wenn dann diese Menschen auf Informationen über Neurodivergenz stoßen, dann entsteht natürlich eine Hypothese und dann kommen sie auch nicht völlig unvereingenommen zur Diagnostik.

00:34:52: Sondern mit der Hoffnung dass die Diagnose oder das was da passiert endlich erklärt warum bestimmte Dinge so schwer fallen.

00:35:02: kommt die zweite Ebene, das würde ich sagen ist die Versorgungsebene hinzu und da ist es so dass spezialisierte Diagnostik knapp ist.

00:35:12: Also das gehört nicht zu einer standardmäßigen Psychotherapie dazu, dass ADHS oder Autismus abgeklärt sind und viele Menschen sind ja überdies auch gar nicht in Psychotherapien.

00:35:21: also das heißt man muss sich erst mal auf eine Warteliste setzen lassen.

00:35:24: warte Zeiten sind lang Menschen müssen sich selbst informieren und passende Stellen suchen oder eben auch die Diagnostik privat bezahlen.

00:35:36: Und da ist es dann so, dass das System an der Stelle viel Vorarbeit und viel dranbleiben fordert.

00:35:44: Dadurch sehen wir natürlich in der Diagnoseck den automatischen Menschen mit einem relativ starken Verdacht.

00:35:49: Das kann man als Wunschdiagnose interpretieren aber ich sehe es eher als eine Art Selektionseffekt weil das Versorgungssystem da so schwer zugänglich ist.

00:36:00: Und dann halte ich es da auch durchaus beplausibel, dass diese Versorgungslücke auch das Community-Building verstärkt.

00:36:08: Weil wenn eben professionelle Unterstützung so schwer zugängig ist, dann übernehmen ja Communities eine wichtige Funktion nämlich erst mal Sprache zu haben für das eigene Erleben oder auch schon Ideen für Strategien, oder generell einfach das Gefühl nicht alleine zu sein und dass einordnen zu können.

00:36:27: Und es führt dann zu einer Entlastung.

00:36:32: Gleichzeitig können natürlich Communities – gerade wenn sie über Social Media ist – verkürzte Erklärungen anbieten weil es geht ja um die und es geht darum das Snack-Bild zu machen während natürlich eine professionelle Diagnostik auf den ganzen Entwicklungsverlauf schaut und auch alternative Erklärungen berücksichtigen muss.

00:36:58: Und so beobachte ich, dass dann auch ne Polarisierung entsteht – und zwar in zwei Richtungen.

00:37:02: Auf der einen Seite die Menschen, die so oft erlebt haben das ihre Schwierigkeiten nicht nur in der Diagnastik sondern im ganzen Leben heruntergespielt wurden Und dann Kritik an einem Verdacht, den sie äußern kann schnell auch aufgefasst werden wie ein weiteres Dubildestätus nur ein.

00:37:23: Aber auf der anderen Seite stehen eben auch die behandelnden Personen, die erleben dass manche Menschen mit einer sehr festen diagnostischen Vorstellung kommen und vielleicht eine Sorge haben das noch bestätigen zu dürfen und die vielleicht auch Angst vor einer Reaktion haben.

00:37:43: Dann können beide Seiten die Reaktion des anderen als bösen Willen interpretieren.

00:37:48: Die Person, die zu Diagnostik kommt fühlt sich dann invalidiert und die Fachperson fühlt sie sich unter Druck gesetzt.

00:37:54: Und die Lösung finde ich kann eigentlich wirklich nur sein, dass es eine ergebnisoffene Diagnostic ist.

00:38:01: also das bedeutet, dass natürlich die Person zur Diagnastik kommt offen dafür sein muss, dass sich der Verdacht möglicherweise nicht bestätigt.

00:38:13: Aber in meiner Erfahrung sind die Menschen auch offen, wenn nämlich auf der anderen Seite auch eine Offenheit da ist.

00:38:21: Ein entwickelten Verdacht auch wirklich ernsthaft zu prüfen also vonseitende Fachperson und auch wenn eben dieser Verdacht sich nicht bestätigt dass die Rückmeldung nicht einfach Sie haben das nicht oder dass sie dann ein Gutachten bekommen, was gar nicht besprochen wird und da dann eben steht wurde nicht bestätigt.

00:38:41: Sondern dann braucht es eben andere plausible Erklärungen, was die schweren stattdessen erklärt.

00:38:47: Also sind es vielleicht... Ist es Emotionsregulationen, die nie gelernt wurden?

00:38:52: Oder ist es eine Persönlichkeitsstörung?

00:38:56: Und in meiner Erfahrung nach geht es den meisten Menschen darum, eine Erklärung zu haben darum ein bestimmtes Etikett zu bekommen.

00:39:06: Also an der Stelle würde ich gerne noch ein bisschen darauf eingehen, dass es ja auch die Situation geben kann, das Menschen mit dem Verdacht kommen und auf Kolleginnen stoßen, die zum Beispiel nicht diagnostizieren – und das machen so manche Psychotherapeutinnen nicht als auch manche Psychate einen nicht!

00:39:27: Und ich würde mir dann sehr wünschen es trotzdem eine Offenheit dann gibt.

00:39:34: Aber Halte ist auch für durchaus wahrscheinlich, und das ist auch das was zumindest Menschen erzählen, dass dadurch doch eher so eine wegwischende oder ablehnende Haltung auch geben kann.

00:39:52: Und das ist natürlich auch dramatisch in einem Thema, wie das auch schon gesagt wurde sehr emotional ist mit sehr viel persönlichem Leid auch verbunden sein kann und auch einem Wunsch nach Unterstützung.

00:40:07: Und dann auf Ablehnung zu stoßen oder auf generelles Skepsis, oder noch so alte Haltungen wie wenn sie gut in der Schule waren, können Sie das nicht haben?

00:40:20: Oder das wächst sich aus im Erwachsenenalter kann mir vorstellen, dass es dann da auch so eine Wechselwirkung gibt.

00:40:30: Dass

00:40:30: ich sage mal das vielleicht von Seiten von Menschen die sich selber mit dem ADS und Neure Diversitätsthema auseinandergesetzt haben wie Ich finde zu Recht den Wunsch und die Erwartungen auch gibt, dass Therapierende mit dem Thema auseinandersetzt haben.

00:40:46: Und wenn sie nicht haben, dann der Kritik vielleicht auch kommt, die vielleicht auch ein bisschen von der Haltung eher vorwürftig sein kann, weil die vielleicht auch so an die Angst geknüpft ist und selber abgelehnt zu werden.

00:41:00: Also in dem Artikel wird ja zum Beispiel auch ein bisschen das

00:41:04: so

00:41:05: eingeordnet oder so konnotiert dass die Zugehörigkeit zur Community nicht das menschliche Grundbedürfnis nach Zugehöhrigkeit sozusagen nur befriedigt sondern dass es eher um seine Statuserhöhung geht.

00:41:19: Also vielleicht soll eine Haltung von Seiten der Patientin in wir und die auch eine Schutzfunktion haben.

00:41:27: In einer Welt, in der die Erfahrung vielerorts gemacht wurde dann nicht berücksichtigt zu werden, auch nicht verstanden zu werden... ...und die Welt nun mal eher auf neurotypisch ausgerichtet ist.

00:41:40: also ganz simpel dass Kinder dann gute Noten kriegen wenn sie gut lange still sitzen können und repetitive Aufgaben erledigen in einer Welt, in der es da mehr um Kreativität und Bewegung gingen würden oder vielleicht Kinder mit ADHS die guten Noten kriegen.

00:41:58: Und das kann da finde ich an dieser Stelle auch so einen Konflikt kommen, der einfach durch die mangelnde Aufklärung so begründet ist.

00:42:08: Es ist vielleicht ein bisschen ähnlich wenn jemand mit Rassismus-Erfahrungen kommt und eine Therapeuten gegenüber sitzt, der sich doch gar nicht mit dem Thema auseinandergesetzt hat.

00:42:17: Dann ist es eigentlich nicht die Aufgabe des Menschen, der schon den gesellschaftlichen Nachteil erleidet auch noch die Aufklärungsarbeit zu übernehmen.

00:42:29: Sondern das ist dann eher die Aufgabe der Erhelfenden sich zu bilden und gleichzeitig... Wenn ich mich aber nie mit dem Thema auseinandergesetzt habe, dann weiß ich ja selbst das nicht und denke eher Ich bin ja Therapeutin oder Psychiaterin.

00:42:46: Ich kann mich ja in alles einfühlen Und das funktioniert ja nicht so weil wir ja andere Bezugsrahmen brauchen.

00:42:53: genauso wenn ich mich jetzt mit ADHS nicht auseineinandergesetzt hab werde ich vielleicht sonst eher eine nicht erledigte wiederholt nicht erdedigte Aufgabe in Videos zu spät kommen eher als Widerstand Oder als Angst oder wie auch immer deuten einfach weil das ja eher zu dem passt, was ich gelernt habe.

00:43:11: Und dass es etwas... Dass es auch ganz andere Grundbedingungen gibt die darauf Einfluss nehmen.

00:43:19: ohne die zu kennen wird es wirklich schwierig ein Safe Space zu sein.

00:43:25: sozusagen.

00:43:27: der Begriff safe space bedeutet dann vielleicht auch dass da eine Aufklärung gibt die eben macht man ist nicht erst nicht erst darum kämpfen muss, damit ernst genommen zu werden.

00:43:40: Das macht es auch so problematisch mit dem Artikel der diese Ausgangslage für Menschen mit ADS und Autismus eher wieder schwieriger macht.

00:43:52: Die müssen vielleicht doch wenn Kollegin das lesen bei denen eher wieder mehr darum kämpfen.

00:44:00: Wir hören noch mal weiter was Rosalizus hat.

00:44:04: Und auf einer gesellschaftlichen Ebene finde ich auch, dass zwar vielleicht oberflächlich die gesellschaftliche Toleranz gegenüber Neurodivergents oder generell Unterschiedlichkeit gestiegen ist.

00:44:17: Aber wenn man mal auf die Funktionen und auf die Erwartung guckt dann

00:44:24: ist

00:44:24: da doch die Tolerance relativ begrenzt.

00:44:26: also man muss trotzdem irgendwie zuverlässig funktionieren mehr Zeit oder Rückzug, oder auch veränderte Arbeitsbedingungen braucht.

00:44:37: Allein zum Beispiel dass jemand frei entscheiden kann wann er kommt und geht oder auch konkrete Unterstützung braucht dann ja es ist oft schwierig mit der Akzeptanz und dadurch bekommt natürlich so eine Diagnose auch ganz praktische Funktionen.

00:44:56: also unterschiedliche Funktion nämlich einmal eine Einordnung oder Erklärung der eigenen Biografie, aber ja auch Zugang zu wichtiger Unterstützung.

00:45:07: Und das macht sie natürlich auch emotional sehr, sehr bedeutsam.

00:45:12: und diese emotionale Bedeutsamkeit darf man aber nicht als Beweis dafür verwenden dass jemand sich jetzt diese Diagnose unbedingt wünscht sondern es ist wichtig zu prüfen hat diese Person diese Diagnose?

00:45:26: also trifft das Muster zu ihr dann eben auch diese Diagnose zu geben, damit sie Zugang zur Unterstützung hat.

00:45:35: Und wenn sie diese Diagnose nicht hat, ihr trotzdem zu helfen, damit Sie Unterstützung bekommt in dieser Gesellschaft?

00:45:45: Denn wie Rosalie sagt bei aller medialer Präsenz und auch vermeintlicher Instigmatisierung ist die Welt aber immer noch nicht ein idealer Ort für Mensch mit ADS und Autismus oder anderen Neurodivergenzen.

00:46:03: Forderung sich anzupassen, das besteht ja nach wie vor.

00:46:08: Also ganz wichtig finde ich auch da Social Media und die Inhalte, die es gibt nicht pauschal in gut- oder schlecht zu labeln.

00:46:19: Und da habe ich jetzt noch eine Stimme eher aus einer betroffenen Perspektive.

00:46:24: Da hören wir mal rein!

00:46:29: dann doch nicht auf den Artikel eingehen, weil er doch sehr vielschichtig ist und ja ich denke nicht nur gut oder

00:46:37: nur schlecht

00:46:37: oder nur zustimmen oder nur dagegen sein kann.

00:46:41: Ich würde versuchen dir ein Statement zum Thema Selbstversorgung auf Social Media zu geben.

00:46:49: Also sicher als Betroffene von Depressionen Hab zumindest selber erfahren, wie es ist wenn man keine Hilfe bekommt oder wenn es wirklich schwer ist an Hilfe heranzukommen in Form einer Psychotherapie und auch eine psychiatrische Versorgung zu finden.

00:47:04: Ist super die Herausforderungen Ich persönlich kann sehr gut verstehen, dass Menschen, die einen hohen Leidensdruck haben und die aber keinen Zugang zum Gesundheitssystem finden anfangen Infos und Hilfe auf Social Media zu suchen.

00:47:20: Und glücklicherweise gibt es da sehr viele kompetente Menschen wichtige Informationen teilen und ich denke mir, wenn das irgendwie dazu beiträgt dass der Leidensdruck der Menschen gesenkt werden kann.

00:47:33: Dass die Menschen dann eine Awareness haben und sich dann im Zuge dessen vielleicht doch Hilfe suchen oder motivierter sind an dieser zährende Suche dran zu bleiben finde ich es persönlich sehr toll auch wenn ich kritisch sehe, dass es eigentlich unser Gesundheitssystem leisten müsste und nicht Leute die ehrenamtlich ihr Wissen auf Social Media zur Verfügung stellen.

00:47:59: Ja hier wird wirklich auch so das Dilemma beschrieben beziehungsweise Ich glaube auch, dass das nichts zu unterschätzen ist im Guten wie im Schlechten welche Bedeutung Social media da auch hat.

00:48:13: Und ich kann mich da nur anschließen, dass ich auch sehr dankbar bin.

00:48:17: Dass es Kolleginnen gibt die in ihrer Freizeit der guten Content erstellen.

00:48:23: Dass das gar nicht so leicht ist.

00:48:27: Dass sie eben ihre eigene Praxis darin nicht schaden nimmt aber auch psychotherapie und Coaching Settings weiterhin auch Grenzen waren, auch wenn sich der Raum auf den Social Media Bereich ausweitet.

00:48:44: Weiter geht es mit Kerstin Huth eine Kollegin, eine psychologische Psychotherapeutin die auch sehr mit dem Thema Neurodiversität befasst ist und wie ich denke auch nochmal sehr wichtige Aspekte herausstellt.

00:49:00: Meine Meinung als Psychotherapeuten mit eigener ADHS-Diagnose ist, dass Selbstdiagnosen eigentlich auch nur Verdachte sind mit denen man sich entweder auf die Suche begibt um Tricks und Tipps aus dem Internet zu finden um seinen Leidensdruck zu minimieren oder wenn man es eben nicht alleine schafft dann den Weg in das Gesundheitssystem wählt was ja das Richtige ist.

00:49:24: Das funktioniert genauso wie bei anderen psychischen Erkrankungen Depressionen Angststörung Zwänge.

00:49:30: Viele Personen, die sich Hilfe suchen laufen Monate wenn ich sogar Jahre damit rum sich zu fragen.

00:49:37: Ist es das ist es dass nicht brauche ich Hilfe und wenden sich dann final an Fachpersonen die dann eben auch den Bedarf und die Hilfeleistung einordnen?

00:49:46: Und dass medial Selbstdiagnosen so runter geredet werden als Hype- und Mode Diagnose und Trenddiagnose geht komplett am Thema vorbei.

00:49:55: Das mittlerweile wissenschaftlich bewiesen Generation von Personen mit ADHS und Autismus, vor allem weiblich-sozialisierte Personen.

00:50:04: Das heißt alle nicht zismännlichen Personen übersehen wurden!

00:50:07: Ich selbst habe noch in der Uni gelernt adhs tritt im Verhältnis vier zu eins für jungen auf ein Mädchen auf.

00:50:14: mittlerweile weiß man dass man Generationen von Frauen übersehen hat und schon mit dem Vier-Jung auf ein Mädchen-Verhältnis hieß es, das drei bis fünf Prozent der Kinder betroffen sind.

00:50:24: Aber drei bis fünf Prozent der Kindern sind drei bis Fünf Prozent der Erwachsenen plus dann eben nochmal wahrscheinlich drei bis ... Prozent übersehene Mädchen und weiblich-sozialisierte Personen.

00:50:36: Das heißt die Dunkelziffer ist immens, das sind Millionen von Menschen allein in Deutschland und natürlich haben sie noch nicht alle einen Therapieplatz gefunden weil einfach ohnehin Therapieplätze mangelbare sind bzw vor allem kassenfinanzierte Therapie Plätze und die Budgetierung und des Einsparen im psychotherapeutischen Versorgungsbereich ist eine große Katastrophe.

00:51:01: meiner Meinung nach falsch generell Mode oder Trend zu unterstellen, wenn man sich im Internet informiert.

00:51:08: Stattdessen sollten wir eher denken es braucht viel mehr ausgebildete Fachpersonen die sich eben auch im Internet darum kümmern, fundierte Informationen zur Verfügung zu stellen und gerade dubiosen Coaching-Angeboten und überteuerten Workshops irgendwo ein Gegengewicht zu zeigen, plus Personen die einen Verdacht haben.

00:51:30: Die können ja denken!

00:51:32: Natürlich merkt man ob jemand ein lustiges Real macht und sich über seine eigene Neurodivergenz lustig macht weil man auch Humor braucht oder ob eine Person das einordnen kann und sagen kann, dieses Symptom oder dieses Kriterium steht offiziell in den Diagnoseleitlinien.

00:51:49: Und bei mir äußert sich das so und

00:51:51: so.".

00:51:51: Das ist ja was vollkommen anderes als irgendwie zu sagen dass sich alle Menschen nur mit einem Real- oder TikTok selbst diagnostizieren also... Das ist so'n bisschen wie der ganze Aufschrei rund um.

00:52:02: Videospiele sind böse und Fernsehen verdummt die Gesellschaft und es wiederholt sich!

00:52:11: mit, das ist ja alles ganz falsch was die Leute da machen.

00:52:14: Die aufgeklärte Fachwelt möchte diese Menschen unterstützen.

00:52:18: es fehlen nur die Mittel und die Fachpersonen die sich darauf spezialisieren und die das ganze dann ja stemmen können.

00:52:24: so sehe ich dass.

00:52:27: Ich finde es auch wild dass es so zwei konkurriende Seiten gibt.

00:52:31: also einerseits habe ich in meiner Psychotherapeutenausbildung noch gelernt man soll die Klientinnen oder Patienten die zu einem kommen mit ihren Erfahrungen ernst nehmen Leben und ihrem Leiden ernst nehmen, und ich finde es sehr vermessen von manchen gerade sehr medial präsenten Personen.

00:52:50: Und auch Fachkollegen zu sagen dass Personen die sich ein ADHS oder Autismusdiagnostik wünschen um ihr Leben zu erklären Nur Ausreden suchen, weil das ist absoluter Bullshit.

00:53:01: Natürlich wollen die meisten Menschen vor allem verstehen warum sie sich Zeit ihres Lebens missverstanden gefühlt haben oder runtergebuttert wurden mit so Sprüchen wie stell dich nicht an du bist so sensibel Warum kannst du das nicht?

00:53:12: Ist doch einfach.

00:53:14: natürlich gehört jeder ernst genommen der mit einem Verdacht zu einem kommt und Hilfe sucht Und ein Leinstruck äußert und auf der anderen Seite dann eben dubiose Coaching-Angebote Die sagen ich habe dass und mit meiner Lebenserfahrung geschafft und nur für diesen tollen Zugang, für zwei Tausend Fünfhundert Euro.

00:53:33: Und dieses Wochenende Seminar kannst du das auch schaffen!

00:53:36: Also auf der einen Seite finde ich es sehr vermessen Leute nach einem Gespräch zu bewerten und zu unterstellen dass nur Ausreden gesucht werden und genauso wild und vermessen finde ich als überteuerte Angebote ohne wissenschaftliche Fundierung ins Internet hinaus zu posauen.

00:53:52: und deswegen wünsche ich mir mehr Fachpersonen die Dinge einordnen akzeptierend und wissenschaftlich fundiert vorgehen.

00:54:00: Das muss jetzt nicht immer abprobierte Psychotherapie oder eine probierte Psychotherapeutin-Person sein, aber zu wissen was der eigene Kenntnisstand, der eigene Rahmen und die eigenen Grenzen sind ist schon mal ein guter Anfang.

00:54:13: Und natürlich ist eine Diagnose keine Ausrede!

00:54:16: Eine Diagnosis ist vor allem erstmal eine Erklärung und es ist schon ein Unterschied ob ich eine Depressionstherapie mache bei einer Person mit ADHS besser wird, aber einfach die Ordnung und Tagesstruktur nicht.

00:54:29: Aber ohne ADHS würde man das vielleicht einfach weiter als Depression labeln, obwohl die Depression gebessert ist und das ADHS einfach weiterhin chaotisch ist – und man es aber nicht weiß!

00:54:38: Und genauso wenig funktioniert es eine autistischen Person eine Sozialphobietherapie zugutekommen zu lassen wo Vorträge geübt werden wenn vielleicht gar nicht die Angst vor Bewertung also des sozialphobische Mittelpunkt steht sondern vielleicht einfach die Akustik im Vortragsraum oder die Störgeräusche von einem Publikum, das eigentliche Problem sind und es darum geht anzusetzen wie man diese Stör Geräusche kompensieren kann.

00:55:03: Und daher braucht man erstmal eine Diagnose bevor man die richtigen Hilfestellungen und Tools an die Hand geben kann.

00:55:12: Ja, ich bin ja ganz bei Kerstin und sie auch die Problematik.

00:55:15: Die mangelnde Versorgung bereitet natürlich auch den Boden für unseriöse Angebote und es gibt natürlich auch Menschen, die mit reim Erfahrungswissen von sich auf andere schließend meinen helfen zu können was natürlich bekanntermaßen so nicht funktioniert denn Es gibt sehr viele unterschiedliche Wege und Erfahrungen.

00:55:43: Und deswegen brauchen wir Wissenschaftlichkeit und Fachlichkeit, um seriös Hilfe anbieten zu können.

00:55:50: Neben unseriöse Angebote geht es aber vor allem auch darum, um Fachlichkeit und Wissen insgesamt unter die Coaching- und Therapeutenkollegen zu bringen ohne dass die jetzt alle dann diagnostizieren können müssen, sondern Eurodiversität und wie sich das zeigen kann auch mitdenken zu können.

00:56:18: Um einfach Menschen nicht immer wieder in die gleichen vergeblichen Lösungen zu schicken wo sie dann scheitern zum Beispiel oder eben auch Einführungsfaktoren für Drohnen, Burnout usw.

00:56:30: zu erkennen Auch für Führungskräfte.

00:56:33: total richtig.

00:56:35: Ich hatte da auch noch kürzlich mit jemandem gesprochen, die sich selber als ADS-Verdachtsfall mit dem Thema auseinandergesetzt hat und ich habe sie so gefragt was ihr das so bringt.

00:56:46: Ist es eher verwirrend?

00:56:48: Ist das eher hilfreich?

00:56:49: Und Sie sagt für Sie ist es eher hilfreich?

00:56:52: Aber tatsächlich zum Beispiel auch so im beruflichen Kontext, wo sie in ihrem Team jetzt auf einmal noch mal mit einem anderen Ohr hinhören kann wenn über Belastung gesprochen wird und so ein anderer Erklärungsansatz andere Konzepte auch nochmal sehr hilfreich sein können um auch andere Lösungen anbieten zu können oder ausprobieren zu können.

00:57:17: Häppchen, Time-Boxing.

00:57:20: Also andere Zeitstrukturen zum Beispiel, Rückzugsmöglichkeiten wenn Reize zu viel werden usw.

00:57:28: Ja und genau mit dem Thema dem Anliegen biete ich jetzt auch bei der Miriam Junge in der Fan-Junge-Kurchenakademie auch so Formate an weil Miriam und ich da auch so die Mission teilen, dass es nicht darum geht den Radlinien akademischen Weg beschritten zu haben.

00:57:53: Und nur dann darf man einschenhelfen.

00:57:55: aber das ist so.

00:57:56: wichtig ist, dass das eben fachlich und wissenschaftlich fundiert ist und in dem Kontext fand sie auch wichtig, dass Menschen etwas über ADHS lernen also für ihr Coaching oder im HR oder als Jugendkraft, aber eben auch als Therapierende um das mitdenken zu können.

00:58:15: Um da eben auch noch diesen anderen Bezugsrahmen zu haben und zu wissen dass es das gibt und dann entsprechend sich bewusst zu sein, dass es eine Möglichkeit der Missinterpretation geben könnte.

00:58:29: Und da muss jetzt nicht jeder ADHS Coach werden, aber adhs informiertes Arbeiten erweitert den eigenen Werkzeugkasten und macht es für Menschen nach hinten raus.

00:58:44: Sicher!

00:58:46: So, mit Miriam habe ich mich über Coaching & Beratung und die Bedeutung von einem guten fachlichen Boden in Coaching&Beratung – was dann auch Coaching leisten kann bzw.

00:59:02: Angebote jenseits der abprobiertem Psychotherapeutin und dem Kastensystem.

00:59:08: Und da hören wir jetzt mal rein!

00:59:12: Hallo liebe Tina, hier kommt mein O-Ton.

00:59:17: Also ich glaube tatsächlich dass fachliche Fundierung gerade viel wichtiger wird und nicht weniger wichtig.

00:59:23: Wir haben ja im Moment die Situation das unser Gesundheitssystem extrem unter Druck

00:59:28: steht.

00:59:29: Gerade bei Psychotherapie sehen wir seit Jahren dass viele Menschen extrem lange auf den Therapieplatz warten müssen Und ich habe auch nicht den Eindruck, dass das in absehbarer Zeit grundsätzlich entspannter wird.

00:59:42: Gleichzeitig ist das Thema psychische Gesundheit viel präsenter geworden.

00:59:47: Menschen beschäftigen sich mehr mit sich selbst und sie hören Podcasts, sie informieren sich auf Social Media, lesen viel über Diagnosen, suchen sich Selbstunterstützung – generell ist es einfach in aller Munde!

01:00:01: Und natürlich suchen viele auch eben nach Angeboten, die schneller verfügbar sind als ein Therapieplatz.

01:00:08: Um einfach nicht diese Hilflosigkeit und die Ohnmacht aushalten zu müssen, die in dieser Zeit entsteht.

01:00:15: Deshalb kann ich mir sehr gut vorstellen dass Coaching und Beratung in den nächsten Jahren noch viel stärker nachgefragt werden.

01:00:22: Ich finde das auch erst mal überhaupt nicht problematisch.

01:00:25: im Gegenteil – ich halte gutes Coaching für wahnsinnig wertvoll!

01:00:30: Es gibt aber auch einfach ganz viele Themen, für die man eben keine Psychotherapie braucht.

01:00:34: Zum Beispiel berufliche Entscheidungen, was sich konflikte Veränderungsprozesse... ...die Frage wie möchte ich eigentlich leben oder arbeiten, Grenzen setzen?

01:00:46: Wie gehe ich mit bestimmten Situationen

01:00:48: um?

01:00:48: und dafür kann Coaching genau der richtige Rahmen sein.

01:00:52: Schwierig wird es für mich dann wenn Coaching anfängt eine Versorgungslücke zu schließen denn dafür ist es wirklich nicht gedacht.

01:01:05: Was ich da ganz wichtig finde, ist dass nur weil jemand keinen Therapieplatz bekommt Das bedeutet eben nicht, dass eine Depression oder eine Angststörung oder irgendeine andere psychische Störung plötzlich zu einem Coaching-Thema wird.

01:01:19: Und das ist was ich auch auf Social Media immer wieder mitbekomme – Menschen, die nicht die fachliche Ausbildung haben in Themen rutschen, die da nicht reingehören.

01:01:31: Deswegen finde ich eine fundierte Ausbildung für Coaches super wichtig!

01:01:36: Ein Coach muss überhaupt nicht Psychotherapeutin sein, darum geht es mir gar nicht.

01:01:41: Aber wenn ich intensiv mit Menschen arbeite, muss ich zumindest genug über psychische Prozesse wissen um an der Stelle auch einschätzen zu können wo meine eigenen Grenzen liegen und damit eben aber auch die Verantwortung.

01:01:53: Und da finde ich die Perspektive von beiden Seiten interessant also aus der Coach-Seite und von der PsychotherapeutInnenseite.

01:02:03: Ich muss als Therapeuten wissen, wo Therapie aufhört und wo Coaching anfängt.

01:02:08: Wir sollten ja auch nicht jeden Konflikt also jede Krise oder jede Unsicherheit pathologisieren.

01:02:13: Und nicht jeder Mensch der gerade nicht weiter weiß hat eine psychische Erkrankung.

01:02:18: Aber ein Coach muss eben genauso wissen Wo Coaching aufhörte und Therapie anfängt Also von der anderen Seite.

01:02:25: Das ist manchmal gar nicht so leicht zu erkennen.

01:02:28: Nur um das mal vielleicht an ein paar Beispiele klarerzumachen Depressionen kann zum Beispiel am Anfang wirken wie ein Motivationsproblem.

01:02:36: Jemand sagt vielleicht ich bekomme das nicht mehr hin, ich bin beruflich irgendwie blockiert oder brauche endlich Struktur und das kann natürlich ein Coaching-Thema sein.

01:02:46: aber es kann auch eben eine Depression dahinter stecken.

01:02:49: Oder bei einer bipolaren Erkrankung kann eine hypomane Phase zunächst sogar ziemlich positiv aussehen, jemand hat ganz viel Entscheidungen Power, schläft kaum.

01:03:00: Hat ganz viele neue Ideen, möchte sein Leben komplett verändern und ist total leistungsfähig.

01:03:06: Und wenn man das nicht einordnen kann, kann ich als Coach möglicherweise was verstärken bei dem ich eigentlich super vorsichtig sein müsste.

01:03:16: Ähnlich wie bei Trauma da sehe ich das ganz häufig und bin selbst sehr sehr vorsichtig.

01:03:21: Wenn jemand stark vermeidet, sich emotional zurückzieht oder in bestimmten Situationen extrem reagiert kann ich natürlich sagen daran arbeiten wir jetzt.

01:03:29: Wir gehen da irgendwie rein wie überwinden diese Blockade?

01:03:32: aber wenn dahinter eine zum Beispiel Trauma Vollgestörung steckt kann so ein Vorgehen ohne entsprechendes Wissen wirklich überfordern.

01:03:41: Und natürlich gibt es auch ganz klare Situationen.

01:03:44: Zum Beispiel, wenn jemand akut Suizidades oder psychotische Symptome hat oder man merkt, oh da ist wahrscheinlich irgendwie eine Suchterkrankung hinten dran dann reden wir natürlich nicht mehr über Coaching.

01:03:55: und für mich bedeutet in dem Fall Kompetenz eben auch gar nicht dass ich vor alles eine Lösung haben muss eigentlich fast das Gegenteil.

01:04:01: Kompetent bedeutet für mich, dass ich weiß was ich kann und dass ich weiß, was ich nicht kann.

01:04:07: Und dass ich erkenne, wann ich Supervision brauche.

01:04:11: Und das ich eben in diesen Fällen dann auch genau sagen kann, dass ich nicht die richtige Person bin und wahrscheinlich eine andere Person da besser geeignet ist.

01:04:20: Und genau an dieser Stelle kommt für mich eben diese ethisch moralische Aspekt mit rein.

01:04:24: Menschen kommen jetzt nicht zu uns wenn gerade alles super läuft und sie kommen weil sie unsicher sind, weil sie belastet sind und weil sie vielleicht einfach grade nicht mehr weiter wissen.

01:04:35: Und genau

01:04:36: da

01:04:37: entsteht die Verantwortung, die so wie ich finde ganz klar bei Therapeutinnen und Coaches liegt.

01:04:43: Und die wir einfach kennen müssen.

01:04:45: Ich find diese Verlässlichkeit darf man eben dann auch auf gar keinen Fall dafür benutzen große Versprechungen zu machen weil Menschen in den Situationen ganz offen sind für vermeintliche einfache Lösungen.

01:04:58: Die wollen keine Diagnosen die wollen, dass ihnen wirklich jetzt geholfen wird und sind einfach sehr verletzbar und offen das jetzt jemand halt liefert.

01:05:11: Und das ist auch eine schwierige Situation weil man natürlich auch irgendwie in gewisser Art und Weise Immerheit geben kann.

01:05:18: aber unsere Verantwortung liegt darin Dass sie langfristig und ethisch moralisch auch wirklich umzusetzen.

01:05:26: Das ist eben aber auch so ein wesentlicher Gedanke, warum ich die neue von Junge Coaching-Plattform gegründet habe.

01:05:32: Es geht mir überhaupt nicht darum aus Coaches kleine Therapeuten zu machen.

01:05:36: im Gegenteil – Ich möchte das Coaching, Coaching bleiben darf!

01:05:40: Aber ich wünsche mir Coaches beratende und Heilpraktikerinnen für Psychotherapie die fachlich gut ausgebildet sind und wissenschaftlich denken, und ihre Methode hinterfragen.

01:05:51: Und eben dadurch auch Grenzen erkennen.

01:05:53: Das Gleiche gilt für mich auch für Führungskräfte, Unternehmer, Gründerinnen, Age-Alarinnen – also Menschen, die mit Menschen arbeiten und sie in bestimmten Prozessen begleiten.

01:06:06: Genauso wünsche ich mir natürlich auf therapeutischer Seite das wir anerkennen, dass nicht alles Therapie sein muss und es sehr gute andere Formen der Begleitung gibt!

01:06:18: Und deshalb brauchen wir auch aus meiner Sicht nicht weniger Angebote.

01:06:23: Wir brauchen vor allem gute Angebote und gut bedeutet für mich fachlich fundiert, wissenschaftlich orientiert, reflektiert und ethisch verantwortungsvoll so wie ich das eben schon gesagt habe und vielleicht ist es am Ende sogar eine der wichtigsten Kompetenzen nicht nur zu wissen was man tun kann sondern auch ziemlich genau zu wissen.

01:06:45: Ja, ich glaube das sind so meine Gedanken zu diesem Großen und für mich auch sehr wichtigen Gesellschaftsthema.

01:06:54: Liebe Grüße!

01:06:56: Also die Antwort ist Fachlichkeit und sich seiner eigenen Vorverurteilung seines eigen voreingenommen Seins bewusst zu sein.

01:07:07: Und natürlich sind hier voreingenommen Es ist ja auch unrealistisch Das nicht zu denken.

01:07:15: Und so ist zum Beispiel auch in dem, ich mache so einen ADS Workshop Format für Kurizis und Therapierende bei Fan Jume.

01:07:24: Und darin kommt dann vor, wo man denkt, wenn jemand häufig zu spät kommt... Und es wird dann schon, was kann das denn noch alles sein?

01:07:34: Wenn man jetzt vielleicht in diesen Tagen schneller an ADHS denkt.

01:07:38: Das muss man ja nicht verteufeln!

01:07:40: Es ist ja klar wenn das irgendwie um uns herum mehr Thema ist.

01:07:45: Dann gibt's irgendwelche Spiegelartikel oder... Es ist doch auch so, keine Ahnung.

01:07:49: Wenn Menschen daran denken ob sie die Kinder kriegen wollen dann sehen Sie vielleicht überall Schwangere und dann geht es doch nur darum sich dessen auch bewusst zu sein.

01:07:59: Und das ist zum Beispiel in dem Workshop-Dane Bereich wenn jemand dauernd zu spät kommt und wir denken an ADS was es denn noch sein könnte.

01:08:12: Vermeidung oder Angst sein könnte.

01:08:14: Widerstands kann aber auch sein, dass es neuerdings Schienersatzverkehr gibt, der sehr unzuverlässig fährt oder die Kita andere Schließzeiten hat also einfach andere strukturelle Bedingungen.

01:08:30: Es kann sein das es eine Antriebsschwäche gibt wegen einer depressiven Symptomatik.

01:08:35: Das kann natürlich auch ADS sein und nicht schlechte Zeit einschätzen ist kann aber im Sinne von People-Pleasing morgens, bevor er losgeht und Menschen quasi in Anspruch genommen wird.

01:08:50: Dass die Schwiegermutter eigentlich gehen lässt weil sie noch die und die und ihre Erledigung und die Hilfe sich wünscht.

01:08:57: Und deswegen die auch in den Otönen besprochene Offenheit und gepaart mit eben Informiertheit Aufklärung und Fachlichkeit.

01:09:09: das auf jeden Fall was ich mir so wünschen würde Und was ich vielleicht auch noch mal diesem Artikel entgegensetzen möchte, ja es wird vielleicht Menschen geben.

01:09:19: Die möchten sich eine Diagnose irgendwie ergaunern ohne dass es denen zusteht oder die setzen irgendwie unter Druck.

01:09:27: und ja gerade bei ADS ist das vielleicht nicht so eindeutig.

01:09:32: Oder bei Norodivergens gerade mit den neueren Kriterien unter Berücksichtigung von Asking kann das schneller passieren.

01:09:40: Aber das kann doch nicht unsere Haltung beeinflussen.

01:09:42: Ich kann auch nicht in der Notaufnahme arbeiten und denken bei jedem, der kommt... Das ist jetzt ein Betrüger, der sich hier Medikamente erschleichen möchte!

01:09:54: Ja die wird's auch geben natürlich aber die Allermeisten brauchen einfach Hilfe.

01:10:00: Und wenn sie einen Konzept haben von der Hilfe, die sie brauchen was dann gar nicht passend ist,

01:10:05: ist es doch

01:10:06: umso besser.

01:10:07: genau diese Haltung würde ich mir sehr wünschen dass man da einfach dann gemeinsam offen den Weg so beschreitet.

01:10:14: Ich hab noch ganz viel dazu gesagt, aber an der Stelle mache ich jetzt erstmal auch auf guter Zeit einen Punkt.

01:10:24: Ja das war die erste Folge in der ich Host bin alleine und war für mich auch an ob das so gut funktioniert oder nicht.

01:10:32: könnte er mal sagen ob es funktioniert hat?

01:10:35: Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich es gemacht habe.

01:10:38: Weil ich das Thema einfach wichtig finde und weil ich wichtig finde, dass wir Räume haben, wo wir sowas diskutieren.

01:10:45: Dank mich nochmal ganz herzlich bei den wirklich ganz tollen Beiträgen!

01:10:48: Und genau mach an dieser Stelle einen Punkt.

01:10:53: Das war's also für heute.

01:10:55: Was denkst du zu dem Thema?

01:10:56: Teil doch gerne deine Gedanken Zum Beispiel unter dem aktuellen Beitragspost auf Instagram oder LinkedIn Oder lasst mir eine Sprachnachricht über Speakpipe da.

01:11:06: Allerdings findet ihr den Shownotes!

01:11:09: Wenn dir Diebche Talks gefallen hat,

01:11:11: folg

01:11:11: rein damit du keine Folge mehr verpasst und lass gerne ein paar Sterne da.

01:11:16: Dann bis zum nächsten Mal.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.